Deutscher Sportklettercup 2007
DAV Jugend- und Junioren-Cup 2007
6./7. Oktober 2007 in Wuppertal (Wupperwände)
Ein aus NRW-Sicht erfolgreiches Sportklettercup-Wochenende
ist zu Ende
[ Bildergalerien von Billy Robin ]
Zum dritten und letzten Deutschen Sportklettercup/Deutschen Jugend- und Juniorencup traf sich am vergangenen Wochenende (fast) alles, was derzeit in Deutschland in der Sportkletterszene Rang und Namen hat. Neben dem Tagessieg ging es auch darum, in der Gesamtwertung die begehrten Punkte zu sammeln, die die Eintrittskarte zur Deutschen Meisterschaft im Schwierigkeitsklettern im November in Frankenthal ausmachen.
Bei den Damen und Herren nahmen am Samstag nicht weniger als 7 NRW-Damen (von 15 Starterinnen) und 6 NRW-Herren (von 25 Startern) in der Viertelfinalrunde den Kampf um den Einzug ins Finale auf sich.
Die beiden Favoritinnen Juliane Wurm (Sektion Wuppertal) und Sonja Schade (Sektion Bielefeld) absolvierten 2 lupenreine Viertel- und Halbfinalrunden mit je 2 TOP-Begehungen. Dies gelang auch Irina Mittelman (Sektion Rheinland-Köln), Anna-Katharina Böhm (SBB), und der jungen Ines Dull (Sektion Allg. Kempten). Denise Plück schaffte als 8. gerade noch den Einzug ins Finale, musste dort aber wegen eines wieder aufgekommenen Rückenproblems auf einen weiteren Start verzichten.
Im Finale setzte sich dann unter dem tosenden Applaus der vielen Zuschauer Juliane in ihrem Heimspiel durch, kletterte fast bis zum TOP-Griff und bewies somit ihre derzeit sensationelle Form. Damit gewann sie nicht nur die Tageswertung, sondern souverän auch die Gesamtwertung des Deutschen Sportklettercups 2007 und geht damit als DIE Favoritin nach Frankenthal. Neben Juliane haben sich auch Sonja, Irina und Denise für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert.
Die NRW-Herren konnten leider nicht an die Erfolge der Damen anknüpfen. Bereits im Viertelfinale scheiterten die hochmotivierten Jonas Baumann (Sektion Wuppertal), Nikolai Buhl (Sektion Lüdenscheid) und Lars Proske (Sektion Bielefeld) an einer nicht geklippten Express und mussten so unerwartet früh die Segel streichen. Lokalmatador Leonard Blume (Sektion Barmen) und Tim Bauman (Sektion Wuppertal) passierte dieses Missgeschick zwar nicht, sie mussten sich allerdings am Ende mit dem gemeinsamen 17. Rang zufrieden geben, der gerade nicht mehr den Einzug ins Halbfinale bedeutete.
Den Tagessieg holte sich ein wenig überraschend Markus Hoppe (SBB), der sich in enorm starker Form präsentierte und sich riesig über den lang ersehnten Tagessieg in einem Sportklettercup freute. Auch Stefan Danker (Sektion Landshut) konnte sich noch vor dem hohen Favoriten Christian Bindhammer platzieren, der sich den 3. Platz mit „Shorty“ Thomas Tauporn teilen musste .
Den Gesamtsieg im Deutschen Sportklettercup 2007 sicherte sich in Abwesenheit des größten Konkurrenten Felix Neumärker (SBB) Christian Bindhammer, der damit als Favorit auf den Deutschen Meistertitel nach Frankenthal gehen wird. Leider wird die Deutsche Meisterschaft bei den Herren ohne NRW-Beteiligung ausgetragen werden.
Der Abend stand im Zeichen des Speed. Hier setzte sich überraschend Natalie Sailer (Sektion Augsburg) durch und heimste ihren ersten Speedsieg ein vor den 3 NRW-Damen Juliane Wurm, Hanna Ulmen (Sektion Rheinland-Köln) und Frederike Förster (Sektion Dortmund).
Bei den Herren glänzte wieder einmal Johannes Lau (Sektion Frankenthal). Er setzte sich im Finale gegen Peter Würth (Sektion Ludwigshafen) durch, während Shorty das Duell um Platz 3 gegen Jonas Baumann für sich entscheiden konnte. Shorty und Jonas bleibt die Ehre, im kleinen Finale mit unter 20 sec jeweils schneller geklettert zu sein, als der Tagessieger. Nach 2 souveränen Siegen ist Johannes Lau unter normalen Umständen der Gesamtsieg, der nach dem 3. Speedcup im Rahmen der Deutschen Meisterschaft in Frankenthal feststehen wird, nicht mehr zu nehmen.
Last but not least stand der Sonntag ganz im Zeichen der Jugend, fast 120 an der Zahl bevölkerten die Wupperwände bereits am frühen Morgen, eine große Herausforderung für die Organisatoren, die hoch motivierten, sehr selbständig und gut arbeitenden Helfer (Sicherer, Call-Zone-Betreuer, Iso-Betreuer, Videoleute...), die Wettkampfjury sowie für den Ergebnisdienst.
So gelang es, die Qualifikationsrunde, in der an 5 Routen gleichzeitig geklettert wurde, nach der Registration mit nur wenigen Minuten Verspätung zu starten und weitgehend pünktlich zu beenden.
Schnell zeigte sich, dass das Routenbauer-Team um Nationaltrainer Christoph Finkel das Niveau der 36 Jugend-B-Jungen unterschätzt hatte. So wurde deren 2. Quali flugs noch ein wenig erschwert, so dass am Ende die Finalquote 10 wunderbar aufging. Erwartungsgemäß setzte sich hier der NRWler Jan Hojer (Sektion Rheinland-Köln) an die Spitze. Für die aus NRW-Sicht größte Überraschung sorgte allerdings der erst 13jährige Jan Nauber (Sektion Beckum), der sich als 10. der Quali erstmals in seiner noch jungen Karriere einen Finalplatz ergattern konnte.
Bei den A-Jungen zogen Lars Proske (Sektion Bielefeld) souverän auf Platz 1 liegend, Simon Plum (Sektion Aachen) und Mathias Götting-Boller (Sektion Siegerland) ins Finale der besten 10.
Die NRW-Junioren gingen, was die Finalplätze anging, leider leer aus. Hier landeten Nikolai Buhl und Tim Baumann gemeinsam mit Nico Schrag (Sektion Schwäbisch-Gmünd) auf Rang 11.
Bei den B-Mädels schrammte Katharina von Chamier (Sektion Münster) mit Rang 11 haarscharf am Finale der besten 10 vorbei, Jeanne Gräber, Sektion Krefeld, hatte nach der 1. Quali-Tour erkrankt aufgeben müssen. Überraschend hier der 14. Rang von Viola Jürgens (Sektion Münster) bei ihrem nationalen Debüt.
Erwartungsgemäß setzte sich Juliane Wurm bei den A-Mädels nach der Quali an die Spitze, Lara Hojer (Sektion Rheinland Köln) imponierte mit einer hervorragenden Leistung in der 2. Quali-Route und erkletterte sich den 3. Platz.
Bei den Juniorinnen lagen Frederike Förster (Sektion Dortmund) und Natalie Sailer (Sektion Augsburg) nach den beiden Quali-Routen gemeinsam auf dem 1. Platz, gefolgt von Hanna Ulmen (3.), Denise Plück (5.) und Laura Ploschke (6.), alle Sektion Rheinland-Köln.
Nun folgte eine lange und zermürbende Umbaupause. Statt um 17 Uhr konnte das Finale erst nach 18 Uhr beginnen, Grund waren die langwierigen Schraubarbeiten für die Finalrouten. Immer wieder prüften die Routenbauer ihre Routen, änderten hier noch ein wenig und da noch einen Griff oder Tritt, bis sie endlich zufrieden waren. Heraus kamen spannende, selektive, im Schwierigkeitsgrad treffende Routen, die den Finalisten noch einmal alles abverlangten. Es muss allerdings angesichts eines Jugendwettkampfs die Frage erlaubt sein, ob die Umschraubarbeiten nicht hätten beschleunigt werden können, zog sich der Wettkampf durch den späten Finalstart einschließlich der Siegerehrungen doch bis ca. 21.30 Uhr hin. Die Jugendlichen nahmen es dank der ausgestellten Bescheinigungen, die ihnen u.U. einen schulfreien Montag ermöglichten, gelassen hin.
Doch zurück zu den sportlichen Ergebnisse.
Aufgrund der etwas zu leicht geratenen Quali-Routen für die Jugend B mit vielen TOP-Begehungen, kam es hier zum einzigen Superfinale des Wochenende zwischen Jan Hojer und Alexander Megos (Sektion Erlangen), das Jan Hojer mit einer souveränen TOP-Leistung in der Junioren-Tour in beeindruckender Manier und unter frenetischem Beifall für sich entscheiden konnte.
Auch bei der männlichen Jugend A konnte ein NRWler den obersten Platz auf dem Treppchen erklettern: Überraschend setzte sich Lars Proske dank seiner hervorragenden Tagesform hauchdünn an die Spitze vor Fabian Bosler (Sektion Schwaben) und dem Favoriten „Shorty“ Thomas Tauporn.
Der 3. NRW-Sieg bei den A-Mädels ging dank des besseren Vorrundenergebnisses an Juliane Wurm vor Luisa Neumärker (SBB) und Ines Dull (Sektion Allg. Kempten), alle 3 legten im Finale unter stürmischem Applaus der Zuschauer makellose TOP-Begehungen hin.
Bei den Juniorinnen ließ sich Frederike Förster den möglichen Sieg leider noch aus der Hand nehmen und landete auf dem unglücklichen 4. Platz hinter der Siegerin Natalie Sailer, der Vizemeisterin Hanna Ulmen und der Drittplatzierten Denise Plück.
Die Ergebnisse aller Starterinnen und Starter sind hier nachzulesen.
Für die Deutsche Jugend- und Juniorenmeisterschaft in Frankenthal haben sich qualifiziert:
männliche Jugend B:
männliche Jugend A:
weibliche Jugend A:
Juniorinnen:
Jan Hojer (Sekt. Rheinland-Köln)
Lars Proske (Sekt. Bielefeld), Mathias Götting-Boller (Sekt. Siegerland)
Juliane Wurm (Sekt. Wuppertal)
Denise PLück, Hanna Ulmen, Laura Ploschke (alle Sekt. Rheinland-Köln)
Allen einen herzlichen Glückwunsch!
Bleibt noch ein Dankeschön zu sagen an die „Wupperwände“, die mit viel Engagement und einem top Helfer-Team für ein – sieht man von der Länge des Sonntags einmal ab – rundum harmonisches Wettkampfwochenende sorgten.
Text: Burgi Beste
Bilder: Billy Rubin

letztes Upload: 08.10.2007

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