Climbing World Youth Championship - Ibarra - Ecuador

23. bis 26. August 2007


Bildrechte: www.ibarraclimbing.com

23.08.2007:
Mit dem Einzug der Nationen, der ecuadorianischen Hymne, einer kurzen Militärparade, den üblichen Reden und vor allem vielen folkloristischen Darbietungen wurde die Jugend- und Junioren-WM (Lead und Speed) in Ibarra, Ecuador eindrucksvoll eröffnet. 10.00 Uhr Ortszeit, also 16.00 Uhr bei uns begann dann heute die erste Lead - Qualifikationsrunde in allen Altersklassen. Mit Juliane Wurm (Jugend A) und Jan Hojer (Jugend B) sind neben 6 weiteren deutschen Teilnehmern auch 2 NRWler am Start, begleitet werden sie durch die beiden Jugendnationaltrainer „Clipstick“ Matthias Keller und Farid Touchi. Drücken wir ihnen die Daumen! Gegen 22.00 Uhr gibt`s hier die ersten Zwischenergebnisse.
24.08.2007:
Der 1. Qualifikationstag der Jugend- und Junioren WM in Ibarra, Ecuador, ist gelaufen. Die Routensetzter schraubten schöne, lange, nicht zu schwere Routen, so dass jeder Kletterer viel klettern konnte, Zuschauer hatten sich überraschend viele eingefunden. Informationen über das Abschneiden der 8 deutschen Teilnehmer liegen leider zur Zeit noch nicht vor. 16.00 Uhr deutscher Zeit startet die 2. Qualifikationsrunde in allen 6 Altersklassen.
24.08.2007:
Kurz nach Mitternacht deutscher Zeit meldete Juliane Wurm brandaktuell die Ergebnisse der deutschen Starterinnen und Starter aus der 1. Qualifikationsrunde:
Weibliche Jugend A:   1. Juliane Wurm (Wuppertal)
16. Louisa Neumärker (SBB)
21. Ines Dull (Allgäu-Kempten)
Männliche Jugend B:   1. Jan Hojer (Rheinland-Köln)
Männliche Jugend A:   1. Thomas Tauporn (Schwäbisch-Gmünd)
Junioren:   1. Stefan Danker (Landshut)
  1. Felix Neumärker (SBB)
  1. Maximilian Wörner (Kaufbeuren)
(In der weiblichen Jugend B und bei den Juniorinnen sind keine deutschen Kletterinnen am Start.)
Damit sind die Chancen für alle auf den Einzug in das Halbfinale der besten 26 in ihren jeweiligen Altersklassen super. Drücken wir ihnen die Daumen für die heutige 2. Quali-Runde!

O-Ton Jule zum 1. Quali-Tag: „War ganz gut!! Bissl heiss... jetzt hab ich Hunger und bin k.o.“

Wir werden euch weiter auf dem Laufenden halten.
25.08.2007:
Erfreuliche Nachrichten aus Ibarra: Alle deutschen Starterinnen und Starter haben das Halbfinale erreicht! Hier der Zwischenstand:
Weibliche Jugend A (36 Starterinnen):   5. Juliane Wurm (Wuppertal)
13. Ines Dull (Allgäu-Kempten)
18. Louisa Neumärker (SBB)
Männliche Jugend B (35 Starter):   3. Jan Hojer (Rheinland-Köln) (von den Schiris nachkorrigiert)
Männliche Jugend A (47 Starter):   9. Thomas Tauporn (Schwäbisch-Gmünd)
Junioren (50 Starter):   1. Stefan Danker (Landshut)
  1. Felix Neumärker (SBB)
22. Maximilian Wörner (Kaufbeuren)
Zwischen dem Ende der 2. Quali, dem Warten auf die offiziellen Ergebnisse (die Schiris hatten am 2. Quali-Tag einige Schwierigkeiten, das Ranking war deshalb lange Zeit inoffiziell) und der wohlverdienten Bettruhe schickte „Clipstick“ Matthias Keller einen ersten kurzen Zwischenbericht aus Ibarra:
Alle DAVler sind nach der 2.Quali im Halbfinale!
Die ersten Qualis gestern waren alle relativ leicht (ca 31 Tops bei Junioren, ca 24 bei Jugend A männl, ca 24 bei JBm ), bei den A-Mädels gab's dafür nur einige Tops (darunter Jule!) .Schöne Routen - Schwerpunkt auf Technik & Bewegungsproblemen.
Ansonsten gibt es wenig Spektakuläres, was das Klettern angeht - kein Favoritensterben bei den anderen und auch bei uns lief es bisher solide. Die Sonne knallt am Äquator (und hier noch mal auf 2100m) ganz gewaltig - wir haben alle wunderschöne Gesichtsfarbtöne (von tiefrot bis braunschwarz...)
Was das Drumherum angeht: Das Land ist extrem interessant - wir haben das Riesenglück einen deutsch-ecuadorianischen Führer nebst Bus zu haben, der irgendwie alle kennt und uns überall Zutritt verschafft. Sehr sehr viele Eindrücke! Wir haben uns vor der WM Quito angesehen, eine Wanderung um einem Kratersee auf 3400m zur Akklimatisierung gemacht, sind auf 4100m über Quito mit der Bahn hochgefahren (Atemnot am ersten Tag...) und diverse touristische Sites angesehen (Indiomarkt, Township schwarzer Ecuadorianer). Unser Hotel ist ok - die Küche und die Angestellten sind sehr bemüht um uns (wir essen quasi auf Bestellung was wir wollen) und hoffen als Gegenleistung auf einige Medaillen. Die deutschen Jungs und Mädels sind bei den südamerikanischen Kletterern und Zuschauern sehr beliebt als Autogramm (!)- und Fotoopfer. Gestern wurde Jule vom ecuadorianischen Fernsehen interviewt - heute wurde gesendet- sehr spannend alles!
Anbei noch drei Bilder - hoffentlich gibts morgen nach den Finals noch mehr Erfreuliches berichten...
Fotos: Matthias Keller
25.08.2007:
Die Halbfinals sind vorbei, 5 der 8 deutschen Teilnehmer der Jugend- und Juniorenweltmeisterschaft in Ibarra haben die Finals ihrer Altersklassen erreicht – schon jetzt ein super Ergebnis des deutschen Jugendnationalkaders.
Bestplatzierter der deutschen Mannschaft und damit heißester Kandidat auf eine Medaille ist derzeit bei der männlichen Jugend A auf Rang 1 ausgerechnet Thomas Tauporn, der tags zuvor noch durch mehrfaches Sich-Übergeben-Müssen, eine Kombi aus Dehydrierung, Sonnenstich und Magenverstimmung, erheblich geschwächt war.
Leider konnte bei der weiblichen Jugend A Juliane Wurm ihrer großen (Mit-)Favoritenrolle nicht gerecht werden und musste sich nach Beendigung des Halbfinals letztendlich mit Platz 19 begnügen (Ursachen wurden noch nicht übermittelt), hier halten aber Luisa Neumärker mit Platz 5 und Ines Dull mit Platz 6 die Treppchenchancen aufrecht.
Bei den Junioren liegt Felix Neumärker auf dem hervorragenden 2. Platz, während Stefan Danker mit Platz 13 und Maximilian Wörner mit Platz 22 beim abschließenden Finale als Zuschauer und Anfeuerer fungieren dürfen.
Das letzte Eisen im Feuer im Streit um die Medaillen ist Jan Hojer, der nach dem Halbfinale auf dem 5. Platz liegt.

„Leider waren die Routen einige Nummern zu schwer - würde sagen, dass nicht einmal das Finale so schwer sein sollte“, so die Einschätzung von Beobachter Helmut Knabl vom OEAV.

26.08.2007:
Die ersten 3 Klassen bei der Jugend WM sind abgeschlossen und 1 Medaille aus den Lead-Wettkämpfen für das kleine aber feine deutsche Team ist schon fix:
Mit der Bronzemedaille im Gepäck wird Thomas Tauporn als einer der großen Gewinner aus Ibarra zurückkehren. Er musste sich lediglich den beiden Österreichern Jakob Schubert und hauchdünn auch Mario Lechner geschlagen geben.
Hinter dem Top-Favoriten Adam Ondra aus Tschechien, der einzig die Route der männlichen Jugend B toppen konnte, kamen gleich 4 Finalisten mit 51- auf den 2. Rang. Leider musste sich Jan Hojer auf Grund des schlechteren Halbfinalergebnisses in der Gesamtwertung mit dem undankbaren 4. Platz hinter Masahiro Higuchi aus Japan und Max Rudigier aus Österreich begnügen, dennoch ein hervorragendes Abschneiden für ihn.
Den Sieg bei der weiblichen Jugend B errang Johanna Ernst aus Österreich vor Alexandra Ladurner, Italien, und Sasha Digiulian, USA.
Nun hat Regen eingesetzt und man wird warten müssen, ob und wann die noch ausstehenden Altersklassen der Juniorinnen, weiblichen Jugend A und Junioren starten können.
26.08.2007:
Vizeweltmeistertitel für Felix Neumärker (SBB)
Leider hörte der Regen in Ibarra nicht auf, so dass die noch ausstehenden Finals bei den Juniorinnen, bei der weiblichen Jugend A und bei den Junioren gecancelt wurden. Damit gelten in diesen 3 Klassen die Ergebnisse der Halbfinals und Felix gehört mit dem Vizeweltmeistertitel zu den glücklichen Gewinnern dieser Entscheidung. Herzlichen Glückwunsch!
Für Louisa Neumärker und Ines Dull, die bei der weiblichen Jugend A noch auf einen Treppchenplatz im Finale gehofft hatten, blieben letztendlich die hervorragenden Plätze 5 und 6. Mit einer Silber- und einer Bronzemedaille liegt das deutsche Team in der Gesamtwertung vor den abschließenden Speed-Wettkämpfen auf dem hervorragenden 6. Platz.
„Clipstick“ Matthias Keller fasst seinen Bericht zum Halbfinale und zum Finale so zusammen:
"Ich muss es diesmal etwas kürzer halten - ich bin nach unzähligen Isostunden und der prallen Höhensonne unglaublich platt und todmüde.
Das Halbfinale heute morgen gehörte mit zum Grausigsten, was ich an Plastik je erleben musste - nach den schönen Qualirouten ein absolutes Desaster. In den allermeisten Routen wurden die Entscheidungen zwischen dem erstem und dem vierten Haken entschieden - knüppelharte Einstiegsboulder und Winzgriffe und das noch in praller Sonne - die Trainer waren sich einig: Extrem unschön! Meines Wissens gab es keine Topbegehung. (Stimmt! Anmerkung: Burgi Beste)
Maxi flog am ersten Haken (wurde damit aber immerhin noch 22!), Stefan kam zwei Züge weiter und wurde 13. Felix kletterte bravourös und landete letztendlich auf dem 2. Platz nach dem HF - auch er kam nur bis etwa 1/3 der Wand (Seiner Meinung nach war die Route bis da hart 8a+...). Nur der Japaner Sachi Anma kletterte weiter - allerdings wie von einem anderen Stern - den ersten Teil, an dem alle Favoriten fielen, spulte er lockerst ab.
Shorty kletterte bei den A-Jungs mit einer perfekten Vorstellung in einer knüppelharten Route an allen vorbei auf Rang 1 nach dem Halbfinale - große Show- aber auch ihm fehlten noch 10 Züge bis zum Top.
Jan war sicher unterwegs und landete mit zwei weiteren Kollegen auf dem 4. Platz - seine Route war noch die beste der HF-Desasterführen - aber auch für ihn war knapp nach der Hälfte Schluss - auch für Adam Ondra wenig später.
Bei den A-Mädels gab es zur Abwechslung dann auch eine knüppelharte Platte - für viele war bereits im ersten Drittel Schluss - zu unser aller Entsetzen leider auch für Jule, die bei einer Quergangsequenz einen Blackout hatte und viel zu früh aus der Wand kippte - Platz 19 für sie und Tränen - beinahe auch bei mir - ich hätte es ihr so gegönnt, vor allem weil bei ihr in diesem Jahr noch mal einiges passiert ist - aber auch das ist leider „part of the game“...
Besser lief es für Ines und Lulu - Lulu war sehr souverän bis zu einem Volumen, an dem es anscheinend kein Weiterkommen mehr gab (ich wusste beim Anschauen auch nicht, wie man es klettern sollte...) - Platz 5 für sie; Ines hatte eine Wertung vorher - Platz 6. Die ersten 6 Plätze bei den A-Mädels spielten sich innerhalb eines Griffes (minus / gehalten / plus) ab.
Im Finale durfte zuerst Shorty ran - die Routen waren Gott sei Dank wieder viiiiel besser - er sah auch noch vor der Ausstiegsplatte sehr souverän aus, konnte aber einen weiten Zug nicht mehr halten - trotzdem noch Platz 3 für ihn. Er zeigte sich (vor allem nach der Kotz-Nacht!!) bestechend in Form - er hat den Podiumsplatz wirklich verdient!
Bei Jan lief es eigentlich ähnlich gut - oben setzte er dann zum Verzweiflungsflug an - er hätte den Griff für den 2. Platz hinter Kollege Ondra nur halten müssen - damit blieb ihm in der Route mit drei anderen Rang zwei – zwei waren aber im HF bzw der Quali besser, so dass er schließlich auf dem sehr undankbaren 4. Platz landete.
Dann setzte der Regen ein und nach Ewigem hin und her und endlosem Warten in der Iso wurde das Finale der Juniorinnen, Junioren und weibl Jugend A gecancelt und die HF-Ergebnisse als Endergebnisse genommen - die Wand war triefnass. Damit war „uns Felix“ zum 2. Mal Vizeweltmeister - mehr wäre wohl auch im Finale angesichts des unglaublich starken Sachi Anma nicht drin gewesen.
Speedquali findet morgen früh statt.
Wir sind zwar happy über die Podiumsplätze, aber irgendwie bleibt ein schaler Beigeschmack wegen der ausgefallenen Finales und wir hatten doch auf etwas mehr gehofft - gerade auch für Jule.
Anyway - das ist der Sport - weitere Ergebnisse im Netz - ich geh jetzt ins Bett. Gute Nacht und viele Grüße aus EC."
Zum Abschluss der Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft in Ibarra fuhren die beiden NRWler die besten Speed-Ergebnisse des deutschen Teams ein: Juliane Wurm wurde 11. bei der weiblichen Jugend A, Jan Hojer setzte noch eins drauf und landete als bester Westeuropäer auf einem hervorragenden 7. Platz bei der männlichen Jugend B. Dass das gute Mannschaftsergebnis gebührend gefeiert wurde, versteht sich von selbst. „Wir hatten eine rauschende Abschluss-Party im lokalen Tsunami-Club. Mehr daheim.“, so Matthias Keller in seiner Schlussmail, bevor sich das deutsche Team auf den Weg zum Chimbarozo macht, einem Sechstausender, der im Rahmen des vom Summit Club organisierten Rahmenprogramms als Abschluss-Highlight „mitgenommen“ werden soll, bevor es am 30. gen Heimat zurück geht.
Die vollständigen Ergebnislisten gibt es bei ifsc-climbing.org
Burgi Beste

Startseite