Panflötenterror und zu kleine Griffe:
Das Team Germany bei der Jugend-WM 2007 in Ibarra (Ecuador)
23. bis 26. August 2007


Bildrechte: www.ibarraclimbing.com

Wow! Es geht nach Ecuador! Eine Jugend-Weltmeisterschaft in der Heimat von Lama, Panflöte und Bananen! Sonst wussten wir eigentlich nicht viel über das Land, das 2007 zum Mittelpunkt der Jugend-Kletterwelt werden sollte. Dementsprechend aufgeregt und nach Lektüre von Reiseführern zusätzlich informiert („Spezialität im Andenhochland: Gegrillte Meerschweinchen“) machte sich das Team Germany mit zwei Trainern und 8 Startern einige Tage vor den Wettkämpfen auf die lange Reise in die 2800m hoch gelegene Hauptstadt Quito.
Unterwegs mit Local Ritchie
Damit die deutsche Delegation nicht im südamerikanischen Großstadtdschungel verloren geht oder die kräftigen Kletterer auf die Bananenplantagen entführt werden, hatten wir im Vorfeld mit Hilfe des DAV Summit Clubs einen Guide nebst Fahrzeug für Wettkampf und Touristenprogramm organisiert, der sich im Laufe der Tage als wahrer Glücksgriff erweisen sollte: Unser „Ritchie“ war Deutsch-Schweiz-Equadorianer und hinter dem Lenkrad ein wahrer Hellrider – aber das ist dort unten wohl allgemein üblich… Die ersten Tage mussten wir beim Überholen von überladenen Pickups, qualmenden Bussen und 60er-Jahre-LKWs in zweiter und dritter Reihe noch die Luft anhalten und um den Beistand des Herrn bitten, aber nach einiger Zeit konnten wir es uns in unseren Mercedes-Sitzen entspannt bequem machen: Anscheinend gehorchen die Verkehrsteilnehmer einer uns unverständlichen Regel, dass dann irgendwie doch nichts passiert (häufiger Aufdruck auf den LKWs: „Gott ist mein Beifahrer“) und außerdem hatten wir mit unserem MB-Sprinter das schnellste Auto auf ecuadorianischem Asphalt. Die unzähligen Kreuze am Straßenrand haben wir dann mal einfach ignoriert…
Mit Ritchies Hilfe kamen wir (fast…) überall hin oder überall rein – lange Warteschlange an der Seilbahn? „Kein Problem – ich regel da schnell was…“ Parken direkt an der Bahn? „Geht auf jeden Fall – der Parkwächter ist ein alter Kollege von mir.“ Undsoweiter. Ausserdem wußte er wirklich alles über Land & Leute und auch mit seinem Spanisch hat er uns so manches Mal vor dem Touristen-Nepp, aufdringlichen Postkartenverkäufern und allzu exotischem Essen im Hotel bewahrt. Auch das Hotel sollte sich als Glücksgriff erweisen: Wir hatten keinen Stress mit lautem Innenstadtlärm ab 6 Uhr morgens, bakteriologisch bedenklichem Essen oder unfreundlichem Personal. Während bei den anderen Teams Durchfall & Co die Runde machten, konnten wir uns in unserem Hotel außerhalb bestens genährt entspannen.
Dünne Luft an der Plastikwand
In den Tagen vor der WM stand auch noch eine Trainingseinheit an der Kletterwand von Quito auf dem Programm. Die eigentlich für alle (!) Teams zum Training vor der WM auf einem Platz in Ibarra vorgesehene, senkrechte „Practice Wall“ genügte mit ihren ca. 4x8m, wahrlos hineingeschraubten Henkeln und fehlenden Sicherungsmöglichkeiten anscheinend nur den Ukrainern, die sich bei senkrechten Henkelquergängen unter den staunenden Blicken der Marktplatzbesucher die Hände wund boulderten. Alle anderen Teams fuhren zurück nach Quito an die Wand, wo sich dann auch das Team Germany in die internationalen Warteschlangen vor den wenigen Routen einreihen konnte. Auch hier bekamen wir die gnadenlose Höhe zu spüren: Trotz optimaler Vorbereitung in Ceüse war den meisten nach einem harten onsight oder einem Boulder schwindelig und der Atem ging nur stoßweise. Aber unser Wettkampfort Ibarra Ibarra lag ja noch einmal 700m tiefer.
Panflötenterror!
Nach einer zusätzlichen Akklimatisationswanderung und weiteren touristischen Highlights, bei denen wir dank unseres Guides Ritchie Land & Leute kennenlernen durften, stand dann endlich die Eröffnungsfeier auf dem Terminkalender: Großer Einmarsch der 442 Kletterer aus 30 Nationen in die örtliche Sporthalle war geplant – gefolgt von einem folkloristischen Rahmenprogramm. Das Ambiente mit Buena-Vista-Social-Club Blaskapelle (Durchschnittsalter: 74), Paradesoldaten mit Gewehr und unzähligen Rednern und Grußworten (warum brüllen die nur alle so?) hatte auf jeden Fall Charme – irgendwo zwischen Ostblock-Parteitag und Olympia `68- Feeling. Sogar einen Sportler-Eid mussten wir schwören – frei nach Jan Ullrich: „Ich habe nie jemanden betrogen“…Beim Einmarsch in die Halle waren wir mit unseren Schwarz-Rot-Gold-Strickmützen von Mama Danker ein oft fotografierter Eyecatcher – zumal wir als Erste einlaufen durften. Was dann folgte, war eher ein Fall für Stefan Raab oder die versteckte Kamera: Gefühlte 12 Stunden lang kam eine Volkstanzdarbietung nach der anderen, begleitet von ohrenbetäubender Panflöten-Musik. Der DJ war anscheinend ein Liebhaber der maximalen Übersteuerung: Die Boxen knarzten und dröhnten in voller Lautstärke, derweil der beleibte DJ glückselig mit dem Kopf hin und her wiegte (Drogen im Spiel??). Zu unserer Ehrenrettung müssen wir sagen, dass das Team Germany das letzte war, das die Halle (und auch nicht fluchtartig!) verlassen hat – wenn auch mit klingelnden Ohren und dröhnendem Schädel. Dabei wären 2-3 Tänze mit entsprechender Lautstärke ja gar nicht schlecht gewesen. Wir wissen leider nicht, wie der Abend noch weiter gegangen ist…
Let the games begin!
Das eigentliche Highlight, der Vertikalsport, sollte dann am nächsten Morgen beginnen: Laurent Laporte hatte mit seinem Routenbauteam für die Qualifikation hervorragende Arbeit geleistet und schöne bewegungslastige Routen geschraubt, die für das Team Germany keine wirkliche Bedrohung darstellen sollten. So hieß es auch nach der zweiten Quali: „alle Deutschen im Halbfinale der besten 26“ – das erste sportliche Minimalziel war also schon einmal erreicht. Unserem Guide Ritchie war es dann noch zu verdanken, dass sich das ecuadorianische Fernsehen nach der zweiten Quali für unsere Juliane interessierte und sie nach Eindrücken von Wettkampf, Land und Leuten befragte. Überhaupt war das Medieninteresse vor Ort gigantisch: Mehrere TV-Sender waren zu sehen und jeden Tag kamen im Sportteil der überregionalen Tageszeitung mehrere Seiten (!) mit Berichten und Ergebnissen über die Jugend-WM. Traumhafte Zustände im Vergleich zu Europa…
Zum Halbfinale nahmen wir es dann als gutes Omen, dass uns unsere alte Jugendkaderkollegin Lisa Knoche von einem Riesen-Plakat zur Abtrennung der Isolationszone anstrahlte: Für ihre nationale Meisterschaft, von der das Plakat stammte, hatten die Ecuadorianer wohl irgendwo in den Tiefen des Internets ein Wettkampffoto gesucht und sich schließlich für Lisa bei der WM 2006 in Imst entscheiden – uns hat es gefreut!
Was dann allerdings folgen sollte, dürfte niemanden der Anwesenden so richtig gefreut haben: Die Halbfinalrouten waren nach den schönen Qualifikationsrouten schlichtweg Komplettausfälle. In nahezu allen Altersklassen wurden die Entscheidungen zwischen den ersten 4 Haken getroffen und keine der Routen konnte getoppt werden. Die Routenbauer hatten ihren Auftrag, nun etwas härter vorzugehen, wohl falsch verstanden: Knüppelharte Bouldereinstiege an schlechten Griffen, und dies noch in der prallen Äquatorsonne, waren die Folge. Einige Kletterer konnten gerade mal einen einzigen Haken einhängen, bevor sie die Schwerkraft zurück auf die Matte schickte – und dies waren wohlgemerkt Kletterer aus den besten 26! Auch für drei aus dem Team Germany bedeutete das Halbfinale Endstation: Maxi Wörner war leider auch einer der Kandidaten, die an den Winzgriffen der Juniorenroute gleich am Einstieg abtropften und auch sein Kollege Stefan Danker – eigentlich ein ausgewiesener Spezialist für kleingriffige Routen - tat es ihm zwei Züge weiter ungewollt gleich. „So kleine Griffe?! Des gibt`s gar net!“ war sein entsetzter Kommentar. Sehr schade für beide, denn sowohl für Stefan als auch für Maxi wäre der Finaleinzug durchaus drin gewesen.
Felix Neumärker, der als dritter Junior im Bunde nach seinem Abrutscher bei der WM 2006 extrem motiviert nach Ecuador gefahren war, störte sich aber nicht an den kleinen Griffen: Nach seinem Motto „Wer stellt, der hält!“ überkletterte er alle bisherigen Topkletterer und setzte eine neue Höchstmarke. Diese konnte nur noch vom wie von einem anderen Stern kletternden Japaner Sachi Anma überboten werden.
Als dritte Deutsche, die nach dem Halbfinale leider nur noch zusehen konnten, traf es Juliane Wurm bei der weiblichen Jugend A: Eigentlich als Mitfavoritin auf den Titel und top in Form an den Start gegangen, musste sie in einer Quergangspassage plötzlich den frühzeitigen Abflug antreten. Nicht nur bei ihr, sondern auch bei den anderen im Team stand danach das Wasser in den Augen – nach ihrer verkorksten WM 2006 hätten alle Jule das Podium oder sogar noch mehr gegönnt – dies sind die harten Seiten des Wettkampfgeschehens und machen auch Trainer machtlos.
Ihre Altersgenossinen Luisa Neumärker und Ines Dull kamen mit der Sequenz besser zurecht und kletterten als 5. und 6. in ihr erstes WM-Finale. Auch sie mussten sich wie beinahe alle Finalistinnen an einer scheinbar unkletterbaren Boulderstelle (der Routenbauer hatte offensichtlich einen Tritt vergessen) geschlagen geben. Nur noch die Körpergröße entschied über die Wertungen der ersten 6.
Am besten mit den schweren Halbfinalrouten kam Thomas „Shorty“ Tauporn bei der Jugend A zurecht: Den schlechten Griffen zum Trotz kletterte er sehr sicher bis zu einer neuen Höchstmarke, die auch alle anderen Topfavoriten nicht mehr überbieten konnten: Platz 1 für ihn nach dem Halbfinale und das Privileg (oder den Druck), als Letzter im Finale starten zu müssen.
Auch unser „B-Boy“ Jan Hojer reihte sich mit den anderen Favoriten sicher in den Kreis der 8 Finalisten ein – die Route der B-Jungs war von den Halbfinals noch die schönste; hier konnten zumindest ein paar Züge geklettert werden, bevor die Kletterer aus der Wand tropften...
Edelmetall!
Nach heftigen Protesten zahlreicher Trainer über die Halbfinalrouten gelobten die Routenbauer für das Finale Besserung – wir waren alle gespannt, hatten doch schon die Halbfinals teilweise das Level schwerer Senioren-Weltcup-Routen. Aber die Routenbauer sollten Recht behalten: In den Finals ging es wieder weniger kratzig zu.
Jan Hojer durfte als erster Deutscher in der Jugend B die Isozone verlassen. Mit einer starken Leistung sicherte er sich mit drei anderen Kletterern hinter dem gewohnt starken Tschechen Adam Ondra die zweithöchste Wertung; allerdings waren zwei der drei anderen in der Vorrunde besser als Jan gewesen, so dass für ihn nur der undankbare vierte Platz blieb.
Derweil verdunkelte sich der Himmel zusehends und in der Ferne sah man schon die Regenwand herannahen. Shorty sollte bei der Jugend A aber noch zu seinem Finaleinsatz kommen und hier konnte er erneut seine Klasse ausspielen: Kurz vor der Ausstiegsplatte war er noch sicher am Schütteln gewesen, bevor ihn am nächsten Zug der sprichwörtliche Gong ereilte. Nichtsdestotrotz bedeutete dies Platz drei für ihn und damit seine erste WM-Medaille! Nach seinen konstant guten Leistungen und seiner kleinen Pechsträhne bei EYS-Wettbewerben mit versehentlich wieder ausgehängten oder vergessenen Haken, angeblichem Berühren von Wandkanten, etc. war ihm dies wirklich zu gönnen.
Der Regen macht die Weltmeister…
Dann kam der Regen. Und es sollte auch in den folgenden Stunden nicht mehr aufhören. Im einzigen Raum hinter der Kletterwand drängten sich die verbliebenen Kletterer und Trainer der Altersklassen Junioren, Juniorinnen und weibl. Jugend A und ließen sich lange Hosen, Daunenjacken und Pizza bringen. Schließlich kam nach insgesamt 7 Stunden Iso die Ansage der Wettkampfleitung, dass wegen des Wetters alle noch ausstehenden Finals abgesagt werden und die Wertung des Halbfinals als Endwertung genommen wird. Lange Gesichter bei allen Beteiligten, aber auch das ist Teil des Spiels, wenn ein Wettkampf an einer Außenwand stattfindet. Vorschläge einiger Trainer, doch für den nächsten Morgen noch eine lange Finalroute für alle Altersklassen zu schrauben, wurden von den Routenbauern, die mittlerweile zwei Wochen Arbeit (meist ohne Hebebühne!) hinter sich hatten, kategorisch abgelehnt. Damit war Felix zum zweiten Mal nach Peking 2005 Vizeweltmeister und Luisa und Ines 5. bzw. 6. Für Felix wäre in einem Finale nach seiner Einschätzung angesichts der beeindruckenden Leistung des Japaners Anma wohl nicht mehr dringewesen, aber für unsere beiden deutschen Damen sehr wohl, zumal die nun 2. und drittplatzierten Amerikanerinnen als schwächer einzustufen waren. Der leidige Regen… Hätte es zwanzig Minuten früher angefangen, wäre unser Shorty Weltmeister geworden! Mist…
Volksfeststimmung beim Speed
Zum Abschluss der Wettkämpfe stand schließlich am letzten Tag traditionell das Speedklettern auf dem Programm – angesichts der übermächtigen und bis aufs Letzte motivierten Speed-Mutanten aus Osteuropa rechnete sich hier das Team Germany nicht wirkliche Chancen aus - auch wenn einige Wochen zuvor Shorty und Jan beim EYS in Warschau mit einem 2. bzw. 3. Platz im Speed die Konkurrenz beeindruckt hatten. Und so war es dann schließlich auch: Jan wurde als bester Deutscher immerhin noch 7. ansonsten wurden die Podiumsplätze an die gewohnt verbissenenen (Hey- freut euch, Jungs! Ihr seid Weltmeister!!) Osteuropäer vergeben – gelegentlich noch aufgelockert durch die sehr stark aufkletternden und sich überschwenglich freuenden Ecuadorianer. Diese hatten anscheinend auch massive Unterstützung mitgebracht – auf dem Platz vor der Kletterwand tummelten sich zu den Speed-Finals weit über tausend Zuschauer – viele mit Ecuador-Fahnen –die für eine Wahnsinns-Stimmung sorgten - auch das ein bei Kletterwettkämpfen eher ungewohntes Bild. Anschließend ging es ungewohnt „fan-mäßig“ weiter, als wir den vornehmlich weiblichen Kletterern auf Bekleidung etc. unterschreiben sollten und für Erinnerungsfotos zur Seite stehen sollten. Einige ganz hartnäckige Kids hatten inzwischen unseren Bus auf der Suche nach Souvenirs aus Deutschland umlagert – gottseidank hatten wir noch ein paar DAV-Aufkleber…
Mit der Siegerehrung und unseren beiden Treppchenplätzen von Felix und Shorty ging schließlich eine tolle und ereignisreiche WM zu Ende, die auch entgegen vieler Befürchtungen sportlich und organisatorisch auf WM-Niveau ablief. O-Ton Shorty: „Super organisiert, viele Zuschauer – Riesen–Erlebnis!“. Mit der neuen Wand in Ibarra ist für Ecuador sicher auch Potential für weitere internationale Wettkämpfe. Die „Senioren“ freuen sich bestimmt auch über einen exotischen Weltcup in Südamerika.
  Fiesta y Gasolina!
Am Abend nach dem Finale sollte die große WM-Abschiedsparty im lokalen „Tsunami-Club“ starten – hier konnte man dann hautnah miterleben, dass die Jugendkletterszene nicht nur ordentlich klettern, sonder auch ordentlich feiern kann: Einige der anwesenden Trainer kamen sich angesichts der auf der Tanzfläche und drumherum abgehenden Tanz- und Paarungsriten schon ganz schön alt vor. Und über den Rest decken wir besser den Mantel des Schweigens… Es war auf jeden Fall so, wie man sich „Party in Südamerika“ vorstellt. Und unser Ritchie sorgte auch hier wieder einmal dafür, dass unser inoffizielles „Team-Germany WM-Lied“ Gasolina lief. Bei den besonders beeindruckenden Jonglier-Performances des Barkeepers mit Shaker und Flasche betätigte sich ein weiterer Barkeeper mit Feuerzeug und Haarspraydose als Flammenwerfer – da hätte sich in Europa schon längst die Feuersicherheitskomission (oder dergleichen) eingeschaltet – wir fanden es trotzdem klasse. Dementprechend groggy verließen wir des Nächtens den Tanztempel – wir wollten ja am nächsten Morgen früh weiter zu unserem kleinen touristischen Highlight im Chimborazo-Nationalpark.
  Lamas, Neuschnee und Schrumpfköpfe vor dem Abflug
Für einige noch im Halbschlaf ging es zuerst zum Äquatordenkmal und anschließend weiter ins Chimborazo-Basecamp auf 4000 Meter. Hier wollten wir am nächsten Tag über die beiden Bergsteiger-Schutzhütten auf einen 5300m hohen Gipfel vor dem Chimborazo (6310m) aufsteigen. Zuerst einmal waren wir von unserer Lodge in Traumlage sehr angetan: Super schöne Zimmer mit Traum-Ausblick, Lamas vor dem Fenster und ein tolles Essen auf dem Tisch. Wir hatten sogar für den nächsten Tag noch einen Boulderblock im Tal ausgekundschaftet. Aber wir waren ja in alpinem – äh: andinem Gelände und so sollte alles ganz anders kommen: Nach einem ordentlichen Temperatur- und Wettersturz lagen am nächsten Morgen 5 Zentimeter Neuschnee und wir mußten unsere bergsportlichen Ambitionen leider begraben. Als die Strasse wieder befahrbar war mußten wir so unverichteter Dinge gen Riobamba fahren – auf dem Weg dorthin entdeckten wir auch noch einen Canyon mit Riesen- Sportkletterpotential und sogar einen Kletterer an den Wänden. Später sollten wir erfahren, dass es in diesem Canyon erst vier Routen gibt – vielleicht also noch mal mit der Bohrmaschine nach Ecuador? Man könnte so sicherlich eines der höchst gelegenen Sportklettergebiete der Welt einbohren…
In Riobamba waren wir dann schließlich noch Gast des „südamerikanischen Reinhold Messner“, Marco Cruz, dessen Agentur für den DAV Summit-Club unseren Trip organisisert hatte. In seinem unglaublich großen Anwesen zeigte er uns sein Privatmuseum mit Artefakten der Bergsteigerhistorie und der Indio-Kultur (inklusive Schrumpfkopf). Mehr beeindruckt waren aber noch vom überaus üppigen Mittagessen dass man in seinem Garten für uns auffuhr – an kulinarischen Highlights hatte es uns in Ecuador bestimmt nicht gemangelt. In diesem Sinne gab es auch am letzten Abend in einem wirklichen Oberklasse-Lokal noch ein weltmeisterliches Abschiedsessen – drei Guitareros mit landestypischen Weisen am Tisch inklusive.
So flogen wir am nächsten Morgen voller Eindrücke von Land und Leuten und mit zwei dicken Pokalen im Handgepäck (die zu massiver Verwirrung bei der Sicherheitskontrolle geführt haben) wieder zurück nach Deutschland. Um das vielgepriesene „Meerschweinchen vom Grill“ sind wir schließlich doch noch herumgekommen – selbst der zuerst noch willige Stefan erwiderte beim Anblick der sich über Feuer drehenden Haustierchen nur ein „Öh – ich bin schon satt…“
Ergebnisse Team Germany:
  • Jugend B (14-15 Jahre) - männlich:
    Jan Hojer (Sektion Köln-Rheinland), Sportklettern (Spo) 4., Speed (Spe) 7.
  • Jugend A (16-17 Jahre) - weiblich:
    Juliane Wurm (Sektion Dortmund), Spo 19., Spe 13.
    Ines Dull (Sektion Allgäu-Kempten), Spo 6., Spe 21.
    Luisa Neumärker (SBB), Spo 5., Spe 29.
  • Jugend A (16-17 Jahre) - männlich:
    Thomas Tauporn (Sektion Schwäbisch-Gmünd), Spo 3., Spe 13.
  • Junioren (18-19 Jahre) - männlich:
    Felix Neumärker (Sektion Sächsischer Bergsteigerbund), Spo 2., Spe 34.
    Stefan Danker (Sektion Landshut), Spo 13., Spe 24.
    Maximilian Wörner (Sektion Kaufbeuren), Spo 22., Spe 36.
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Text & Fotos: Matthias 'Clipstick' Keller

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